

Der Februar bringt eines der umfassendsten CMS-Updates der letzten Monate. Während im Januar vor allem Hosting, Domains und strukturelle Verbesserungen im Fokus standen, liegt der Schwerpunkt diesmal klar auf Dynamik, Automatisierung und erweiterten CMS-Funktionen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Feature, das von vielen Nutzern lange gewünscht wurde.
Mit den neuen Dynamischen Filtern erweitert Framer sein CMS deutlich. Bisher konnten Inhalte zwar strukturiert ausgegeben werden, intelligente Filtermechanismen waren jedoch nur eingeschränkt möglich oder mussten über Workarounds gelöst werden.
Nun stehen native, vollständig anpassbare Filter direkt innerhalb von Collection Lists zur Verfügung.
Unterstützt werden unter anderem:
Suchfelder
Tabs
Umschalter
Dropdowns
Checkboxen
Die Filter verbinden sich automatisch mit generierten Seitenvariablen und funktionieren ohne zusätzliche Konfiguration. Besonders relevant ist dabei die Layout-Flexibilität: Filter sind nicht an eine bestimmte Ebene gebunden und können frei im Canvas positioniert und gestaltet werden.
Zudem sind sie vollständig kompatibel mit bestehenden Funktionen wie Pagination und Empty States. Auch ein „Filter löschen“-Button lässt sich über das Zurücksetzen von Variablen umsetzen.
Damit setzt Framer eines der meistgewünschten Features um und macht das CMS deutlich stärker.
Ein weiteres Update betrifft die Integration von Komponenten direkt im CMS.
Neben klassischen Elementen wie Text, Bildern oder Tabellen können nun beliebige Canvas-Components in CMS-rich text, also formatierbare CMS-Textblöcke eingefügt werden. Dadurch lassen sich animierte Galerien, interaktive Module oder Newsletter-Elemente direkt innerhalb von Artikeln platzieren.
Die eingefügten Komponenten bleiben vollständig editierbar. Eigenschaften, Varianten und Breakpoints funktionieren weiterhin wie gewohnt. Auch die Responsivität wird automatisch berücksichtigt, sofern passende Varianten vorhanden sind.

Dadurch entstehen deutlich dynamischere Inhaltsseiten, ohne dass separate Layout-Strukturen aufgebaut werden müssen. Ein Beispiel dafür findet ihr hier.
Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Empty States direkt im Canvas zu definieren.
Wenn eine Collection leer ist oder Filter keine Ergebnisse liefern, kann nun eine eigene Ansicht mit Text, Icons oder Handlungsoptionen angezeigt werden (wie z.B. "Noch keine Artikel"). Zuvor entstand in solchen Fällen lediglich eine leere Fläche. Dies lässt sich mit der neuen Bedingung "Item Count" für die Sichtbarkeit eines Elementes umsetzen: Visible if Item Count = 0.
Gerade in Kombination mit den neuen dynamischen Filtern entsteht dadurch ein konsistenteres Nutzererlebnis. Leere Zustände wirken nicht mehr unbeabsichtigt, sondern können bewusst gestaltet werden.

Beispiel für einen CMS-Empty State
Die Vielzahl an CMS-bezogenen Neuerungen zeigt deutlich, dass der Februar stark darauf ausgerichtet ist, mit Framer von einer statischen Design-Seite zu einem komplexen System überzugehen.
Mit der Einführung der erweiterten Server API ermöglicht Framer erstmals einen automatisierten programmatischen Zugriff auf Projekte.
Die API erlaubt unter anderem diese Tasks ohne händisches Updaten:
Synchronisierung von CMS-Collections mit externen Quellen (z. B. Notion oder Airtable)
Veröffentlichung von Änderungen
Aktualisierung des Canvas
Anpassung von Projekteinstellungen
Ausgelöst werden können diese Prozesse durch Webhooks, Zeitpläne oder externe Systeme. Technisch basiert die Server API auf einer zustandsbehafteten WebSocket-Verbindung und ist damit auch für umfangreichere Automatisierungen geeignet.
Die API befindet sich aktuell in einer offenen Beta-Phase und ist kostenfrei nutzbar.
Kleine, aber feine Neuerung: Neben den CMS-Erweiterungen wurde auch der Flow Effect weiter ausgebaut. Dieser unterstützt nun ebenfalls Layout Templates.
Damit lassen sich Interaktionen wie Akkordeons oder navigationsbasierte Animationen global definieren und projektweit einsetzen. Änderungen innerhalb eines Layout Templates wirken sich unmittelbar auf alle zugehörigen Seiten aus.
Neben den großen Funktionsupdates wurden zahlreiche Detailverbesserungen umgesetzt.
Verbesserungen:
Optimierte Tastenkürzel unter Windows
Verbesserte Schriftvorschauen (auch im CMS)
Klarere Benennung duplizierter Projekte
Optimierte Skalierungs-Cursor
Standardtitel für neue Projekte
Behobene Probleme:
Textkürzungen funktionierten teilweise nicht korrekt (u. a. in Safari)
Scroll-Blockierungen in Menüs
Probleme mit CMS-Galerie-Variablen
Overlay-Positionierungen in Breakpoints
Zoom-Gesten beeinflussten teilweise die Benutzeroberfläche
Verschiedene kleinere CMS- und Lokalisierungsprobleme
Diese Punkte tragen zur Stabilität und Alltagstauglichkeit der Plattform bei.
Der Februar steht klar im Zeichen des CMS. Mit Dynamic Filters, CMS Components, Empty States und der Server API wurde die Content-Funktionalität deutlich erweitert. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des CMS ist möglicherweise auch strategisch motiviert: Durch den Ausbau hin zu einer robusten, strukturierten und skalierbaren Inhaltsverwaltung positioniert sich Framer klar als vollwertige Webplattform – und nicht lediglich als Design- oder Prototyping-Tool.
Gerade im Vergleich zu geprompteten Webseiten oder den neuen Figma Sites wird deutlich, dass hier ein anderer Ansatz verfolgt wird: Eine Website wird als System verstanden – mit dynamischen Inhalten, klarer Datenstruktur, wiederverwendbaren Komponenten und langfristiger Wartbarkeit. Dieses systemische Denken unterscheidet professionelle Webprojekte grundlegend von rein visuell erzeugten Seiten.

Besonders die Dynamic Filters dürften für viele Projekte ein entscheidender Fortschritt sein. Insgesamt zeigt sich eine klare Entwicklung: Framer positioniert sich zunehmend nicht nur als Design-Tool, sondern als umfassende Plattform für moderne, dynamische Webprojekte.
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Autor: so geht UI

