

Im März 2026 hat Framer eine Reihe von Updates veröffentlicht, die das Tool in neue Richtungen erweitern: Conversion-Optimierung als eigenes Produkt, visuelle Shader-Effekte direkt im Editor und automatische Übersetzungen für mehrsprachige Websites. Dazu kommen Layout-Verbesserungen, statische Dateien und viele Bugfixes. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen.
Die Updates lassen sich in fünf Bereiche einteilen:
Conversion-Optimierung mit Framer Convert (Funnels, A/B-Tests, Triggers)
Visuelle Effekte mit dem neuen Shader-System
Lokalisierung mit der neuen Auto-Translate-Funktion
Layouts mit Bento Grids und verbessertem Stack-Verhalten
Hosting mit Static Files und erweiterten Analytics
Das größte Update im März ist Framer Convert – allerdings verursacht Convert Zusatzkosten, worüber in den offiziellen Ankündigungen am wenigsten gesprochen wird.
Was ist Convert?
Convert bündelt drei Funktionen in einem Paket: Funnels zur Visualisierung von Nutzerreisen (z. B. von der Landingpage bis zur Kontaktanfrage), erweiterte A/B-Tests zum Vergleichen von Seitenvarianten und die neu hinzugekommenen Triggers. Letztere erlauben es, Komponenten und Overlays mit Hilfe von Query-Parametern dynamisch anzuzeigen – abhängig von Bedingungen wie der Herkunftsseite des Besuchers, einem bestimmten Datum, der Scrolltiefe oder anderen Interaktionen.
Konkret bedeutet das: Du kannst jetzt z. B. ein Banner nur Besuchern zeigen, die von einer bestimmten Kampagne kommen, oder ein Overlay einblenden, sobald jemand 50 % der Seite gescrollt hat. Das waren bisher Funktionen, für die externe Tools nötig waren. Dass Framer das jetzt nativ anbietet, ist ein klarer Schritt in Richtung Marketing-Plattform.
Was kostet Convert?
Convert ist ein kostenpflichtiges Add-on. In Framers offizieller Ankündigung wird das kaum thematisiert. Die tatsächliche Preisstruktur findet sich nur auf der Pricing-Seite:
50€ pro 500.000 Events pro Monat
Ein „Event" ist ein Seitenaufruf, ein Klick auf einen getrackten Link oder ein Formular-Submit
Convert ist nur für den Pro-, Scale- und Enterprise-Plan verfügbar
Parallel zu Convert hat Framer die eingebauten Analytics aufgewertet. Unter anderem gibt es jetzt Custom Distribution für A/B-Tests: Statt der bisherigen gleichmäßigen Verteilung (z. B. 50/50) lässt sich der Traffic-Anteil pro Variante frei bestimmen. Außerdem neu: Filterung nach Tracking-IDs, Ordner für die Sidebar, A/B-Tests für CMS-Seiten, erweiterte Analyse-Historie auf dem Pro-Plan und genauere Berechnung von Bounce Rate und Sitzungsdauer.
Mit Static Files lassen sich Dateien direkt über die Framer-Domain an beliebigen Pfaden ausliefern – z. B. Verifizierungsdateien für Google oder Facebook, Manifeste und andere Assets. Wer bisher Redirect-Workarounds nutzen musste, kann diese jetzt ersetzen. Static Files ist im Pro- und Scale-Plan enthalten.
Ein komplett neues Feature-Set: Shaders. Damit lassen sich visuelle Effekte wie animierte Verläufe, Bildverzerrungen und Partikeleffekte direkt im Editor erstellen – ohne externe Tools oder Code. Shaders finden sich im Insert-Panel und lassen sich per Drag-and-Drop auf den Canvas ziehen. Jeder Shader ist hochgradig anpassbar und laut Framer für das Web optimiert.
So ist bspw. das Titelbild dieses Artikels mithilfe von Framer-Shaders erstellt worden.

Das neue Shader-Menü in Framer
Framer hat seine Lokalisierungsfunktionen um Auto Translate erweitert. Sobald die Funktion aktiviert ist, werden neue oder geänderte Inhalte – sowohl auf dem Canvas als auch im CMS – automatisch in alle aktivierten Sprachen übersetzt. In den Locale-Einstellungen lässt sich ein bestimmtes KI-Modell auswählen oder die automatische Auswahl nutzen.
Für mehr Kontrolle gibt es eine neue „Translate All"-Aktion in der Lokalisierungsansicht, die alle Sprachen eines Projekts auf einmal aktualisiert. Einzelne Layer oder Seiten lassen sich auch gezielt per Rechtsklick übersetzen.
Framer unterstützt jetzt Bento Grid Layouts – eine neue Layout-Option für asymmetrische Rasterlayouts, inspiriert von den „Bento Box"-Designs, die im Webdesign aktuell sehr verbreitet sind. Die Option findet sich in den Grid-Tools im Editor.
Das März-Update bringt außerdem eine Reihe von Verbesserungen bei der Arbeit mit Stacks und Grids:
Freeform Stack Sorting: Elemente in Stacks lassen sich jetzt freier sortieren und zwischen verschiedenen Stacks verschieben, ohne dass das ursprüngliche Layout zusammenbricht
Bessere Platzhalter: Beim Verschieben von Elementen zeigt Framer jetzt einen festen Platzhalter an
Schnelleres Drag-and-Drop für Bilder in Stacks und Grids
Vereinfachtes Layout-Menü mit übersichtlicherem Stack-Tool
Dazu eine lange Liste behobener Fehler: Layout-Zusammenbrüche in verschachtelten Grids, Probleme mit Emojis in der Desktop-App, fehlerhafte Darstellung von Bildern in Grids (Fill vs. Fit), Flackern beim Sortieren, nicht funktionierende Copy-and-Paste-Aktionen bei Decorations und diverse weitere Darstellungs- und Fokusprobleme.
Mit Convert positioniert sich Framer zunehmend als All-in-One-Marketingplattform – allerdings zu Zusatzkosten, die in den offiziellen Ankündigungen erstaunlich leise kommuniziert werden. Shaders eröffnen kreative Möglichkeiten, die bisher Code oder externe Tools erfordert haben. Auto Translate vereinfacht die Arbeit an mehrsprachigen Websites erheblich. Und die Layout-Verbesserungen rund um Bento Grids und Stacks machen den Editor im Alltag spürbar stabiler.
Für Einsteiger sind vor allem die Layout-Verbesserungen und Auto Translate relevant. Für Teams und Agenturen, die Framer als zentrales Marketing-Tool nutzen, ist Convert der wichtigste Baustein – vorausgesetzt, man ist bereit, die Zusatzkosten einzuplanen.
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Autor: so geht UI

